Marvin Brooks

Marvin Brooks, der außergewöhnlich starke und ebenso zahme Sänger ist lebendig, lebensfroh und liebenswert. Als Herzmensch versteht der 25-jährige es, sein Publikum sofort in seinen Bann zu ziehen.

 

Mit gerade einmal zwei Jahren bekommt Marvin Gesangsunterricht. Sein Vater hat sich einen CD-Player gekauft „und er hatte solch eine Angst, ich könnte den kaputt machen“ erinnert sich Marvin lachend, „dass er mir alles stundenlang erklärt hat“. Klein Marvin habe damals „immer nur wie automatisch Maxi Priest aufgelegt“. Der damalige Song „Close To You“ hat einen bleibenden Eindruck bei dem musikbegeisterten Jungen hinterlassen und so habe er den Song rauf - und runtergesungen, obwohl er nicht mal richtig sprechen konnte, so Marvin's Mutter.

 

Es bleibt mit dem Singen zunächst dabei und Marvin widmet sich anderen Dingen. Sein Vater stirbt, als Marvin ein Teenager ist. Nun muss seine ghanaische Mutter als Alleinerziehende für Marvin und seine Schwester sorgen. So lernt Marvin, dass Leben auch Kampf bedeuten kann. Das prägt den mittlerweile jungen Mann. Er macht seinen Realschulabschluss und spielt viele Jahre American Football und ist Boxer, um sich einen Ausgleich zu verschaffen. Der Sport gibt ihm seine Kraft zurück.

 

Außerdem widmet sich Marvin dem Rap und hat lange Zeit eine eigene Band, die es auch bis zum Plattenvertrag schafft. Dies soll aber keinen Bestand haben und so trennt sich die Crew. Aber bekanntlich bedeutet ein Ende ja auch immer einen Neuanfang: „Ja, richtig“, grinst der Sänger, „da stand ich irgendwie im Niemandsland, wusste nicht genau, wohin ich mich orientieren soll. Ich fing an, Songs zu schreiben aber mir fehlte schnell die Bühne“.

 

Da er weiterhin nach Balance im Leben sucht, zieht es ihn wieder zum Boxen: Einer der beiden Trainer war Graciano "Rocky" Rocchigiani, „er und zwei andere boten mir an, mich als Trainer zu betreuen. Ich trainierte, nahm ein Kilo nach dem anderen ab, die legten mir irgendwann auch Verträge vor, die mich zum Profi gemacht hätten“. Aber daraus sollte nichts werden. Marvin entscheidet sich gegen eine Karriere als Boxer: „Ich hatte einen Sparringkampf, der mir klar gemacht hat, dass ich kein Boxer bin. Mir blutete schon alles, bis ich durchgedreht bin und den Typen ausgeknockt habe. Aber nur als Reaktion darauf, dass er mir weh getan hat, und das war definitiv zu spät“. Er stellt fest, Aggressionen würden ihn definitiv nicht weiterbringen im Leben.

 

Das Gleiche gilt für faule Kompromisse: „für mich persönlich fühlte sich das Singen an wie eine Bestimmung, es gab nie einen Plan B, den wird es auch nicht geben, ich weiß genau, was ich will“. Neben einigen Höhen und Tiefen denkt er öfter darüber nach, „ob es wirklich richtig läuft. Aber letzten Endes war da in mir immer diese andere Stimme, die gesagt hat: Ja, das ist es“.

Er hat zwar erst vor zwei Jahren das Singen für sich entdeckt, doch glaubt er fest an sich als Sänger: „Vor zwei Jahren habe ich gesagt, egal, ich mache es jetzt einfach und weil ich ein religiöser Mensch bin, glaube ich daran, dass zur richtigen Zeit das Richtige kommt und passiert und sich Türen öffnen. Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt“.

 

Dieser feste Glaube und das positive Gefühl, das ihn Zeit seines Leben begleitet, sind in seinen Songs zu hören. Marvin's Musik ist authentisch und geht unter die Haut. Wenn er auf der Bühne steht, ist er eins mit ihr. Perfektionismus ist ihm weniger wichtig. Das Publikum darf sich von seiner Musik tragen lassen und soll sich gut fühlen.

 

Singen bedeutet für Marvin Herzen berühren: „ Ich bin vielleicht nicht der krasseste Typ auf der Welt aber ich glaube ganz fest daran, Gefühl in der Stimme zu haben. Die Leute, die von mir auf der Bühne begeistert waren, wurden vermutlich berührt und ich empfinde das als eine Ehre“.

 

R’n’B, Soul, Pop und Rock waren bislang seine Inspirationsquelle. Marvins Songs sind eine Mischung aus Schmerz, Verlust, Liebe und Erfüllung. Während „Roses“ seine poetische Sicht auf die Härte im Lebens ist, macht „Head Down Low“ wieder Mut aufzustehen und für einander da zu sein. In „Singing Your Song“ verarbeitet Marvin den Verlust seines Vaters und den seiner ersten Managerin und in „Everything Ahead“ trauert Marvin um eine verflossene Liebe.

 

Und so vereint Marvin Brooks Pop, Soul und ’Urban Culture’, nicht zuletzt auch dank seiner vielen Reisen nach Ghana, die seine Musik färbten. Er schafft es mit gedankenvollen Texten und einer großen Portion Energie auf der Bühne sein Publikum zu verzaubern. Seine erste EP "All my life" wird im Februar 2014 erscheinen und ist ein Vorgeschmack auf sein Album, das im gleichen Jahr erscheint.

 

Live

03.12. Hamburg, Knust

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©Niculai_Constantinescu
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